Zur geplanten Schließung der Lokalredaktion Witten der Ruhrnachrichten Ende Oktober

6.8.2014

Mit der Einstellung der Lokalausgabe der Ruhrnachrichten geht nicht nur ein großes Stück Meinungsvielfalt sondern auch ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Kultur in unserer Stadt verloren. Pressefreiheit – so unbequem sie manchmal für Parteien und Politiker ist – bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil demokratischer Willensbildung. Die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren, ist ein Wert an sich, gerade auch auf kommunaler Ebene. Weniger Wettbewerb sorgt selten für mehr Vielfalt. Ob der Verlust journalistischer Vielfalt durch Blogs und andere – soziale - Medien aufgefangen werden kann, halte ich für sehr zweifelhaft.

 

Eine besondere Verantwortung liegt deshalb künftig bei der einzigen Zeitung am Ort. Meine Solidarität gilt den Beschäftigten der Ruhrnachrichten in Witten, den Journalistinnen und Journalisten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Vertrieb und Anzeigen. Ich gehe davon aus, dass der Verlag ihnen andere Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
Natürlich müssen auch Verlage wirtschaftlich denken. Allerdings ist Meinungsvielfalt kein Produkt wie jedes andere. Deshalb sind auch Bund und Land aufgerufen, zu prüfen, wie der Trend zur Monopolisierung in vielen Städten und Regionen gestoppt werden kann.
Als Bundestagsabgeordneter macht mich die offenbar nicht zu verhindernde Schließung der Lokalredaktion wütend, als ehemaliger freier Mitarbeiter der Wittener Ruhrnachrichten macht sie mich traurig.

Thema:

Please reload

Weitere Artikel 
Please reload

Newsletter
Sie finden mich unter
  • Facebook Long Shadow
  • YouTube Long Shadow