Der Doppelpass gilt

1.1.2015

Es ist ein Meilenstein im deutschen Staatsbürgerschaftsrecht und eine Erleichterung für hunderttausende Betroffene: Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, müssen sich nicht mehr zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern entscheiden.

 

„Wir brauchen junge Deutsche mit ausländischen Wurzeln.“ erklärt der örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack. „Viel zu viele mussten sich bislang entscheiden zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der ihrer Eltern. Künftig können Sie Deutsche sein ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.“, so Kapschack weiter.

 

Bisher erhielten Kinder von ausländischen Eltern bei ihrer Geburt beide Staatsbürgerschaften – also die deutsche und die ihrer Eltern. Auf Druck der SPD-Bundestagsfraktion gilt: Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, müssen sich künftig nicht mehr zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr für eine der beiden Staatsbürgerschaften entscheiden. Sie dürfen zwei Pässe behalten. Als in Deutschland aufgewachsen gilt dabei, wer sich bis zum 21. Geburtstag mindestens acht Jahre in Deutschland aufgehalten oder sechs Jahre in Deutschland eine Schule besucht hat. Die Optionspflicht entfällt auch für diejenigen, die über einen in Deutschland erworbenen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. „Deutschland ist ein Einwanderungsland.“, betont Ralf Kapschack. „Da ist der Doppelpass auch eine gute Antwort auf die aktuelle „Pegida“-Bewegung mit ihren ausländerfeindlichen Ressentiments.“ Deutschland ist vielfältig und bunt. Mit dem Doppelpass und dem Wegfall der Optionspflicht fällt ein zentrales Integrationshemmnis.

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