Happy Birthday, Mindestlohn!

1.1.2016

 

Der Mindestlohn ist ein historischer Meilenstein für die soziale Marktwirtschaft. Seit

dem 1. Januar 2015 profitieren rund 3,7 Millionen arbeitende Menschen von seiner

Einführung – in Ost und West gleichermaßen. Keines der Horror-Szenarien ist

eingetreten – im Gegenteil: Nach 365 Tagen steht fest, dass der Mindestlohn eine

Erfolgsgeschichte ist.

 

Mit 8,50 Euro pro Stunde setzt der Mindestlohn eine gesetzliche Lohnuntergrenze 

und ist ein großer Erfolg, um die Würde der Arbeit zu schützen und Lohndumping zu

Lasten der ehrlichen Arbeitgeber einzudämmen. Nach einem Jahr zeigt sich: Keines

der Horror-Szenarien rund um den Mindestlohn ist eingetreten. Die Fakten sprechen

für den Mindestlohn. Ich bin stolz, dass wir als SPD an der Seite der Gewerkschaften

diesen wichtigen Schritt hin zu einer neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt gemacht

haben. Happy Birthday, Mindestlohn.

 

So hat es keine Jobverluste gegeben – wie von den Mindestlohn-Kritikern behauptet

wurde. Im Gegenteil, das Hoch auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote seit 24 Jahren. Nur die Zahl der Minijobs ging zurück, bei gleichzeitig deutlich höherem Anstieg der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Hinzukommt: Zehntausende Beschäftigte sind nicht mehr gezwungen, ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufzustocken. Bis August gab es rund 50.000 weniger sogenannte Aufstocker. Das

ist gut für die Beschäftigten, für die ehrlichen Arbeitgeber auch bei uns in der Region und für die Allgemeinheit. Denn ehrliche Löhne bedeuten mehr Steuereinnahmen, mehr Sozialversicherungsbeiträge und mehr Fairness beim Wettbewerb um Aufträge.

 

Ein Vorurteil, das sich ebenfalls nicht bewahrheitet hat: Der Mindestlohn schadet der

Wirtschaft. Das Gegenteil ist der Fall: Er nutzt ihr. Die Wirtschaft merkt, dass die

Menschen mehr Geld in der Tasche haben. Selten sei die Konsumlaune der Verbraucher besser gewesen. Geringverdiener haben durch den Mindestlohn einen Lohnzuwachs von fünf Prozent.

 

Für mich steht fest: Ein Jahr Mindestlohn ist ein längst überfälliger Fortschritt. Nun

gilt es, den Wert der Arbeit zukunftsfest und fair zu gestalten.

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