Grundrente: Keine Bedürftigkeitsprüfung - eine Frage des Respekts

1.3.2019

Bei der Grundrente darf es - anders als nun von der CDU-Vorsitzenden gefordert - keine Bedürftigkeitsprüfung wie bei der Grundsicherung geben. Das ist eine Frage des Respekts vor Lebensleistung. Sich nach Jahrzehnten harter Arbeit, der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen vor einem Amt finanziell „nackig“ machen zu müssen, ist entwürdigend. 

 

Der derzeitige Grundrenten-Plan von Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass Menschen, die 35 Jahre gearbeitet, Kinder betreut und Angehörige gepflegt haben, mehr bekommen als die staatliche Grundsicherung und damit mehr als jemand, der nicht gearbeitet hat. Betroffene erhalten dem Plan zufolge bis zu 447 Euro mehr.

 

Im Ennepe-Ruhr-Kreis könnten viele Menschen von der Grundrente profitieren

 

Im Ennepe-Ruhr-Kreis beziehen über 4000 Menschen (Stand Ende 2017) Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, vor zehn Jahren waren es noch 2500.

 

Diese Zahlen geben eine Vorstellung davon, wie viele Menschen von der Einführung der Grundrente profitieren könnten. Denn der Vorschlag der SPD soll auch für aktuelle Rentner gelten. Im Falle einer Bedürftigkeitsprüfung würden viele aus Scham die Grundrente nicht in Anspruch nehmen.

 

Bundesweit würden nach dem aktuellen Plan zwischen drei und vier Millionen Menschen von der Grundrente profitieren. Damit Rentnerinnen und Rentner nicht wegen steigender Mieten in die Grundsicherung rutschen, soll das Wohngeld entsprechend reformiert werden. Finanziert werden soll die Grundrente aus Steuermitteln.

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