Kinderhospiz, Seniorenhilfe, Sportverein - "Ehrenamts-Dialog" mit vielen Engagierten

Die Sommerpause nutze ich traditionell für eine „Sommertour“ durch meinen Wahlkreis. In diesem Jahr besuchte ich in „meinen“ fünf Städten viele Ehrenamtliche. Sie und viele weitere engagierte Menschen aus Hattingen, Herdecke, Sprockhövel, Wetter und Witten waren jetzt zu Gast bei meinem „Ehrenamts-Dialog“ in Herdecke.

Mir war wichtig, den Menschen Respekt zu zollen – gerade in dieser schwierigen Zeit. Sie alle packen an, wo Hilfe gebraucht wird, und sie machen das nicht für Geld. Ehrenamt lebt von Wertschätzung. Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der Ehrenamtliche aus unterschiedlichsten Bereichen mal ins Gespräch kommen konnten. Es sind einige Kontakte entstanden, die für die ehrenamtliche Arbeit nützlich sind. Fast 50 Gäste waren in Herdecke dabei.

Junge Hattingerin betreut demenzkranke Menschen

Vertreten waren zum Beispiel das Kinderhospiz Witten, Klimabotschafter aus Wetter, die Senioren-Zeit-Hilfe aus Hattingen und der Tauschring Herdecke. Auch Lena Lorenz war zu Gast. Die junge Hattingerin absolvierte einst ein Praktikum in einer Geriatrie, betreut nun auf eigene Initiative ehrenamtlich demenzkranke Menschen und ist in der Nachbarschaftshilfe aktiv. „Man muss viel geben, aber man bekommt auch viel zurück. Mein Ehrenamt will ich nicht mehr missen“, erzählte Lena Lorenz im Podiumsgespräch.

AWO-Geschäftsführer Jochen Winter – ebenfalls Podiumsgast – betonte den großen Zusammenhalt der Ehrenamtlichen, gerade in Corona-Zeiten. „Dazu zählt bei uns auch die gute alte Telefonkette.“ Freiwilliges Engagement sei wichtig, sagte Winter, betonte aber: „Das Ehrenamt kann das Hauptamt nicht ersetzen.“ Mit Blick auf die Tafelvereine, deren Arbeit er ausdrücklich wertschätzte, schrieb der AWO-Chef der Politik ins Stammbuch: „Man muss sich politisch noch mehr kümmern, damit Menschen gar nicht zu Tafel gehen müssen.“

Gewissenhaftigkeit und Identifikation sind gefragt

In der „großen Gesprächsrunde“ erzählten die Gäste davon, wo der Schuh im Ehrenamt drückt – z.B. wurde sich mehr Zeit fürs persönliche Engagement gewünscht, gerade für Berufstätige ein „Hemmschuh“. Ein weiteres großes Thema: die Nachwuchsarbeit.

„Man muss junge Leute auch mal machen lassen. Aus Fehlern lernt man“, sagte Julian Diße von der DLRG Hattingen. Und Steven Berchtold, Fußball-Jugendleiter beim FSV Witten, betonte: „Man muss frühzeitig schauen, wer für welche Aufgaben infrage kommt.“ Wichtig seien Gewissenhaftigkeit und Identifikation. „Wer von klein auf dabei ist, hängt an seinem Ehrenamt.“

Dank an die "Ehren-Menschen"

Das dürfte wohl jeder der rund 50 Gäste, die beim Abendessen noch entspannt ins Gespräch kamen, unterschreiben. Für jede und jeden gab es noch eine ganz besondere Tasse, Aufschrift: „Ehren-Mensch“. „Das passt gut: Sie alle sind Ehren-Menschen!“, dankte Kapschack für das Engagement.

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