Drei Jahre Teilhabeberatung in Witten - "Eine Erfolgsgeschichte"

Wo beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Habe ich Anspruch auf eine Assistenz? Wie finde ich eine Arbeitsstelle? Wer hilft bei meiner finanziellen Situation? Seit nun drei Jahren ist die „Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung“ (EUTB®) in Trägerschaft des Paritätischen NRW – Kreisgruppe Ennepe-Ruhr-Kreis in Witten Anlaufstelle für Menschen mit (drohender) Behinderung und deren Angehörigen aus dem gesamten EN-Kreis. Zeit, mal zu schauen: Wie läuft das Angebot?


Kreisgruppengeschäftsführer Jan-Philipp Krawinkel und der heimische Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack (SPD) setzen sich für eine dauerhafte Finanzierung der „EUTB®“ ein. Ihr Zwischenfazit fällt positiv aus: „Wir sind froh, dass die Finanzierung zum aktuellen Zeitpunkt bis Ende 2022 gesichert ist. Die Teilhabeberatung wird gut angenommen. Sie ist eine Erfolgsgeschichte.“


Viele Hilfesuchende, auch in Corona-Zeiten


Das bestätigen die Zahlen: 2018 wendeten sich 110 Hilfesuchende an die Beratungsstelle, ein Jahr drauf waren es 407, im vergangenen waren es 344, unter ihnen viele Menschen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen.


„Dass sich trotz Corona-Pandemie so viele Menschen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Paritätischen gewandt haben, zeigt: Der Bedarf ist groß. Und das Angebot vor Ort ist mit einer möglichen Telefon- und Videoberatung barrierearm und bürgerfreundlich“, sagt Ralf Kapschack, der am Bundesteilhabegesetz und damit auch an der Einführung der „EUTB®s“ mitgearbeitet hatte.


Neu: Ein Peer-Café


Verstärkt spricht der Paritätische Migrantinnen und Migranten, die das Angebot oft nicht kennen, gezielt in ihrer Muttersprache an. Neu ist ein sogenanntes „Peer-Café“: Hier tauschen sich (derzeit noch digital) geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Sinne der Beratung von Betroffenen für Betroffene (Peer-Beratung), mit anderen Betroffenen aus, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Genau das ist ein Leitprinzip der „EUTB®“: Beratung auch von Menschen, die selbst eine Behinderung haben. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen sowie weitere ehrenamtliche „Peers“ nehmen eine Lotsenfunktion ein und weisen Hilfesuchenden den Weg durch den „Zuständigkeits-Dschungel“: Ist die Krankenkasse zuständig? Oder doch die Rentenversicherung? Denn oft werden Ratsuchende von einer Verwaltungsstelle zur anderen und wieder zurückverwiesen.


Anlässe der Beratung sehr vielfältig


Kapschack: „Das ist für Menschen in Not sehr frustrierend. Umso wichtiger ist eine unkomplizierte, kostenlose und zentrale Beratung, Das verschafft den Betroffenen Selbstbestimmung und mehr Zeit, sich um wichtigere Dinge zu kümmern.“


Die Anlässe für eine Beratung in den Räumen an der Dortmunder Straße in Witten sind sehr vielfältig, stellt Jan-Philipp Krawinkel fest: „Die Menschen mit Behinderung oder ihre Angehörige haben Fragen zu Leistungen oder zu Anträgen, andere haben Probleme mit einem Leistungsträger. Und manche Menschen möchten einfach mal über ihre persönliche Situation sprechen. Auch dafür sind wir gerne da.“


Die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis: Adresse: Dortmunder Straße 13, 58453 Witten

Aktuelle Telefon-Sprechst


unden: Mo-Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Kontakt: 02302 / 27 85 520 o. 42 15 23 o. 93 30 530

teilhabeberatung-enneperuhr@paritaet-nrw.org

www.teilhabeberatung-enneperuhr.de



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Zum Foto von l. nach r.: Annika Lisakowski (Beraterin), Ralf Kapschack MdB, Patricia Augustin (Beraterin), Jan-Philipp Krawinkel (Kreisgeschäftsführer Paritätischer) und Petra Rohde (Beraterin).

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