Lehren aus Corona ziehen!

Ein Jahr beschäftigt die Virus-Pandemie Deutschland und die Welt. Was sind die Lehren aus Corona? Diese Frage stand im Mittelpunkt meiner Facebook-Diskussion mit SPD-Gesundheitsexpertin Bärbel Bas, Intensivkrankenpfleger Oliver Slatosch, Helmut Budroni von der Gesundheitsfakultät der Uni Witten/Herdecke und Online-Zuschauern.


Corona hat die Probleme unseres Gesundheitssystems offengelegt. Jetzt gilt es, daraus zu lernen. In einer globalisierten Welt, in der uns jederzeit wieder eine Pandemie treffen kann, müssen wir auf der Höhe der Zeit sein – beim Material, bei der Technik, bei den Fachkräften und bei der Entlohnung. Gutes Personal muss man auch gut bezahlen!


Pflegepersonal fehlt "an allen Ecken und Enden"


Oliver Slatosch arbeitet als Intensivkrankenpfleger im Ennepe-Ruhr-Kreis und erlebt die Herausforderungen des Gesundheitssystems täglich. „Am Anfang der Pandemie fehlten Masken, Handschuhe und Kittel. Das hat sich mittlerweile gebessert“, stellt der Gewerkschafter von Verdi fest. Personal fehle aber nach wie vor, und zwar „an allen Ecken und Enden“. Mit Blick auf Corona-Patienten rät der Intensivkrankenpfleger, diese besser auf verschiedene Krankenhäuser zu verteilen, um Unter- und Überbelegungen zu verhindern.



Zusammenarbeit von Einrichtungen besser verzahnen


Helmut Budroni von der Uni Witten/Herdecke schlägt vor, Corona-Patienten in „spezialisierten Krankenhäusern“ zu behandeln. „Andere Länder haben das vorgemacht.“ Der Pflegewissenschaftler bemängelt die mangelhafte Zusammenarbeit von verschiedenen medizinischen Einrichtungen. Kompetenzen müsse man besser miteinander verzahnen.




"Nationale Reserve" schaffen


SPD-Gesundheitsexpertin Bärbel Bas fordert, eine „nationale Reserve“ an Gesundheitsprodukten aufzubauen, etwa beim Impfstoff. Gesundheitsämter seien zum Teil „runter gespart worden“. Derzeit nehme man Milliarden in die Hand, um sie mit mehr Personal auszustatten und besser digital miteinander zu vernetzen. Die Duisburger Bundestagsabgeordnete spricht sich außerdem für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte („Applaus allein reicht nicht“) und eine Abkehr vom „Privatisierungswahn“ im Gesundheitssystem aus.

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